Steve Kuberczyk-Stein schrieb am 04.04.2006 in HNA (Hessische Allgemeine)


Hut ab! Herman van Veen gastierte in Kassel


Kassel.
Es gibt Konzertabende, die begeistern und beeindrucken so nachhaltig, dass man noch lange davon sprechen wird. Am Samstag, in der mit gut 1000 Zuschauern gefüllten Kasseler Stadthalle, sorgten Herman van Veen im Rahmen seiner "Hut ab" -Tournee und das Kasseler Publikum für einen solchen Abend. Gut zwei Stunden hatte der 61-jährige holländische Musiker, Geschichtenerzähler, Musikclown und Poet sein Publikum an Bord seiner "Papierboote aus Sehnsucht" geholt, auf denen er "Richtung Jugend segelte", hatte auf der in gefühlvolles Blau getauchten und von hunderten von Tischtennisbällen überfluteten Bühne mit witzigen Anekdoten und tiefsinnigem Humor ("Was passiert, wenn Deutschland gegen Holland Fußball spielt? Dann kann Beatrix sich ungestört oben ohne sonnen.") begeistert. Er besang Brücken, die er "aus Kummer zur Vergangenheit schlägt" und wollte den berührten Zuhörern mit dem Titellied seines schnäbligen Lieblingshelden Alfred Jodokus Kwak "Warum ich so fröhlich bin" dennoch das Postulat für das "Ja zum Leben" mit auf den Heimweg geben - doch das Publikum hatte noch nicht genug.

Es folgte ein gut 40-minütiger Zugabenteil - und immer noch blieben die Leute. Das Saallicht war bereits eingeschaltet, die Flügeltüren geöffnet - die Zuschauer blieben, klatschten minutenlang, bis der charismatische Utrechter, der seine Karriere als Musikclown begann, erneut erschien und mit seinen virtuos aufspielendem Team für weitere fünfzehn Minuten begeisterte. Hut ab für einen Ausnahmekünstler.